Ausgabe 28. September 2026
Razbor Temy — Ausgabe Berlin Freitag, 28. September 2026 · Redaktion

Die Redaktion

Über uns

Razbor Temy ist eine unabhängige Redaktion in Berlin. Wir schreiben Hintergrundberichte zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Forschung — für Leserinnen und Leser, die eine zweite Seite lesen wollen, nicht nur die Schlagzeile.

Auf dieser Seite steht, wie wir arbeiten, wer die Texte verantwortet und woran Sie unsere Analysen messen können. Von der ersten Recherchefrage bis zur Korrektur ist jede Ausgabe ein durchgerechneter Vorgang, kein Kommentar aus dem Bauch.

Berliner Redaktionsraum am Mittag, Tageslichtstreifen auf dem Arbeitstisch

Der Arbeitstisch der Redaktion, Friedrichstraße 142. Jede Ausgabe beginnt als Papierstapel.

Auftrag

Analyse, die sich nachrechnen lässt

Wir arbeiten an der Frage, was politische Entscheidungen in Deutschland und Europa tatsächlich bewirken, sobald man Zahlen, Zuständigkeiten und Zeiträume nebeneinanderlegt. Statt eine Debatte in zwei Lagern zu erzählen, gehen wir den Weg des Beschlusses nach: Wer hat entschieden, welches Budget stand bereit, und was davon ist bis heute sichtbar.

Das gilt für Koalitionsbeschlüsse ebenso wie für Zinsentscheidungen, Lieferketten oder Forschungsförderung. Unsere Hintergrundberichte verbinden den politischen Vorgang mit dem wirtschaftlichen Ergebnis und dem kulturellen Echo, das er auslöst. Diese Verbindung ist der Kern der Seite — nicht die Einordnung in ein Lager.

Gegenstand

Politische Analysen, investigative Recherchen, Wirtschaftstrends, Kultur und Wissenschaft — Recherche für Abonnenten und offene Beiträge für alle Leser.

Arbeitsweise

Jede Ausgabe wird von einem Redaktionsmitglied verantwortet, gegengelesen und vor der Veröffentlichung auf Quellen und Rechenwege geprüft.

Wir schreiben keine Prognose, die niemand überprüfen kann. Jede Aussage im Text bleibt an eine Quelle, ein Datum oder einen offengelegten Rechenweg gebunden.

Recherchen veröffentlichen wir aus Berlin. Wo Hinweise aus anderen Bundesländern oder aus Brüssel einfließen, steht im Text, wie sie überprüft wurden.

Widersprüche sind kein Betriebsunfall. Wenn neue Belege unsere Einschätzung verschieben, schreiben wir das sichtbar in die Ausgabe und nicht in eine stille Fußnote.

Schreibtisch eines Rechercheteams in Berlin mit Aktenordnern und Nachmittagslicht

Wie eine Recherche bei uns läuft

Am Anfang steht eine Frage, die sich in Dokumenten beantworten lässt — nicht eine Meinung, die nach Belegen sucht. Wir sammeln Akten, Ausschreibungen, Jahresberichte und öffentlich zugängliche Registerauszüge, ordnen sie nach Datum und Zuständigkeit und markieren die Stellen, an denen die Darstellung der Beteiligten von den Dokumenten abweicht.

Vor der Veröffentlichung geht der Entwurf an mindestens eine zweite Person im Ressort. Sie prüft jede Zahl gegen das Originaldokument, nicht gegen die eigene Notiz. Erst danach geht der Text in die Ausgabe.

Wenn eine Recherche nicht trägt, veröffentlichen wir sie nicht. Ein abgebrochener Vorgang ist Teil der Arbeit — die Leser erfahren im Abo, woran wir gerade sitzen.

So prüfen wir Fakten

Grundsatz

„Wir veröffentlichen keine Zahl, deren Rechenweg wir nicht offenlegen können — und keine Einschätzung, die nicht sagt, was sie widerlegen würde.“

Der Satz steht seit dem ersten Tag im Redaktionsstatut. Er bedeutet konkret: In jedem Hintergrundbericht nennen wir die verwendeten Quellen, das Erhebungsdatum und die Annahmen, auf denen eine Schlussfolgerung steht. Wird eine Annahme später falsch, korrigieren wir den Text und vermerken die Änderung am Ende des Beitrags.

Der Grundsatz gilt für alle Ressorts, für kostenlose Beiträge genauso wie für Recherchen im Abo. Kritik an dieser Praxis ist willkommen — sie geht an dieselbe Adresse wie jede andere Rückmeldung aus der Leserschaft.

Redaktion Berlin

Wer die Texte verantwortet

Die Redaktion ist klein und nach Ressorts organisiert. Jede Ausgabe trägt den Namen der Person, die sie geschrieben und geprüft hat — und den Namen der Person, die gegengelesen hat.

Chefredaktion

Ausgabe und Verantwortung

Die Chefredaktion legt Woche für Woche fest, welche Vorgänge eine eigene Ausgabe bekommen und welche Themen warten. Sie entscheidet, ob eine Recherche publiziert, nachrecherchiert oder verworfen wird, und trägt die Verantwortung für das Ergebnis.

Politische Analysen

Beschlüsse und ihre Folgen

Für politische Analysen in Deutschland verfolgt das Ressort den Weg eines Beschlusses von der Abstimmung bis zur Verwaltungspraxis — Ministerien, Länderbehörden, kommunale Stellen. Grundlage sind Drucksachen, Sitzungsprotokolle und Antworten auf parlamentarische Anfragen.

Recherche und Handwerk

Wer einspringt, wenn es eng wird

Investigative Recherchen laufen über Monate und binden zwei oder drei Personen. Wer an einem Vorgang schreibt, liefert die Rohprüfung der Akten selbst; das Gegenlesen übernimmt bewusst eine Person aus einem anderen Ressort, damit die Distanz zum eigenen Material erhalten bleibt.

Hinzu kommen feste Beiträge von Autorinnen und Autoren, die zu einzelnen Themen schreiben. Auch hier gilt: Wer den Text unterschreibt, hat ihn auf Quellen geprüft. Eine Übersicht über die Menschen hinter den Texten und die Finanzierung der Redaktion finden Sie auf der Seite Wer schreibt und wer finanziert.

Arbeitsweise der Redaktion

Vom ersten Dokument bis zur gedruckten Zeile

Hintergrundberichte entstehen bei uns in vier Schritten. Sie sind nicht öffentlich — aber Leser dürfen wissen, in welcher Reihenfolge wir vorgehen, weil daran erkennbar wird, wie eine Recherche zustande kommt.

  1. Bestandsaufnahme

    Wir sammeln, was über einen Vorgang öffentlich dokumentiert ist: Gesetzestexte, Drucksachen, Vergabeunterlagen, Registerauszüge, Statistiken. Das klingt nach Routine, entscheidet aber meist über die ganze Recherche — fehlt hier ein Dokument, kann später keine saubere Aussage entstehen.

  2. Befragung

    Betroffene Behörden, Unternehmen und Verbände bekommen die Vorwürfe und Zahlen vor der Veröffentlichung schriftlich — und Zeit zur Antwort. Ihre Stellungnahmen fließen in den Bericht ein, auch wenn sie unserer Einschätzung widersprechen.

  3. Gegenrechnung

    Eine zweite Person rechnet jede Zahl aus dem Text gegen das Originaldokument nach und prüft, ob die Zitate im Zusammenhang stehen. Streicht diese Prüfung einen Satz, wird der Satz gestrichen — nicht weichgespült.

  4. Veröffentlichung

    Der Bericht erscheint mit Datum, Ressort und verantwortlicher Person. Nachträgliche Änderungen markieren wir am Ende des Textes; stilles Nachbessern gibt es bei uns nicht.

Wer prüfen will, ob eine veröffentlichte Recherche hält, findet die Grundlage dafür auf der Seite So prüfen wir Fakten — dort stehen unsere Kriterien für Quellen und Belege in voller Länge.

Standort

Die Redaktion in Berlin

Wir arbeiten mitten in Berlin, weil viele Vorgänge, über die wir schreiben, hier ihre Unterlagen haben — Ministerien, Verbände, Register. Für Leserinnen und Leser macht das den Weg zu uns kurz: Rückmeldungen, Hinweise und Themenvorschläge landen direkt in der Redaktion, nicht in einem anonymen Postfach.

Adresse
Razbor Temy
Friedrichstraße 142
10117 Berlin, Deutschland
Erreichbar
Mo–Fr: 09:00–18:00
+49 30 20960
[email protected]

Für Fragen zu Abo, Leserservice und Bestellung nutzen Sie bitte die Seite Abo und Leserservice. Für Hinweise, Kritik und Themenvorschläge an die Redaktion ist die Kontaktseite der richtige Weg.

Häufige Fragen

Was Leser uns oft fragen

Wenn Ihre Frage hier fehlt, schreiben Sie uns. Antworten auf Leseranfragen gehören zum Tagesgeschäft der Redaktion.

Wer entscheidet, welche Themen eine Ausgabe bekommen?

Die Chefredaktion sichtet jede Woche eingehende Hinweise aus der Leserschaft, aus Behördenveröffentlichungen und aus dem eigenen Recherchestand. Ein Thema wird dann zur Ausgabe, wenn es eine nachweisbare Faktenlage gibt, wenn es mehrere Ressorts betrifft und wenn wir etwas hinzufügen können, das an anderer Stelle fehlt.

Bekommen Betroffene vor der Veröffentlichung Gelegenheit zur Stellungnahme?

Ja. Wer in einem Bericht mit Vorwürfen konfrontiert wird, erhält die wesentlichen Punkte schriftlich mit einer Frist zur Antwort. Geht keine Antwort ein, vermerken wir das im Text. Widerspricht die Antwort unseren Belegen, setzen wir beide Seiten nebeneinander — und schreiben, was sich damit an der Einschätzung ändert.

Was passiert bei einem Fehler im Text?

Wir korrigieren den Beitrag und kennzeichnen die Änderung am Ende des Textes. Wenn ein ganzer Absatz auf einer falschen Annahme beruht, wird der Absatz gestrichen und die Streichung im Text vermerkt. Ein Fehler wird nicht ausgetauscht, sondern benannt.

Welche Ressorts liefern Analyse und welche das Handwerk?

Alle Ressorts berichten mit demselben Anspruch an Quellen. Der Unterschied liegt im Tempo: Wirtschaft und Politik reagieren kurzfristig auf aktuelle Entscheidungen, Kultur und Wissenschaft arbeiten mit längeren Vorlauf. Investigative Recherchen laufen am längsten und erscheinen erst, wenn die Beleglage trägt.

Wie kann ich der Redaktion schreiben?

Über die Kontaktseite oder per E-Mail an [email protected]. Für vertrauliche Hinweise genügt in der ersten Nachricht ein Satz zur Sache — wir melden uns mit einem sicheren Weg zurück.

Wenn Sie weiterschauen wollen

Diese Seite erklärt, wer wir sind. Wie eine einzelne Recherche geprüft und woher die Mittel kommen, steht auf zwei weiterführenden Seiten. Wer die Redaktion lieber direkt anspricht, findet auf der Kontaktseite Telefon, E-Mail und Anschrift.